Gründe für die Umrüstung der Stromzähler.

Es wird immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Dezentrale Erzeugungsanlagen und die wetterabhängige Stromerzeugung erschweren Prognosen und machen die Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch anspruchsvoller. Um einen stabilen Betrieb des Stromnetzes zu unterstützen, ist es daher wichtig, Verbrauch und Erzeugung aufeinander abzustimmen. Daher sieht das Messstellenbetriebsgesetz vor, dass herkömmliche Stromzähler zukünftig schrittweise durch moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme ersetzt werden.

Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG).

Das MsbG wurde durch das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) umfassend novelliert. Es besagt, dass bis Ende alle herkömmlichen Stromzähler durch moderne Messeinrichtungen bzw. intelligente Messsysteme ersetzt werden sollen. Dies ist notwendig, damit zukünftig die Erzeugung, Einspeisung und Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien besser mit dem Stromverbrauch koordiniert werden können. Bereits trat das MsbG in Kraft und wurde im Mai novelliert. Es enthält nun einen aktualisierten Fahrplan für den Rollout der neuen Messtechnik – den sogenannten Smart Meter Rollout. Für den Rollout und für die Messung sowie Ablesung des Stromverbrauchs ist in der Region die ovag Netz GmbH als grundzuständiger Messstellenbetreiber verantwortlich.

Warum werden die Stromverbrauchsdaten digitalisiert?

Die Energiewende bringt Veränderungen in der Stromerzeugung mit sich: Wo es früher wenige große Kraftwerke gab, die Strom in vergleichsweise planbarer Menge in die Netze einspeisten, gibt es heute zahlreiche dezentrale Erzeugungsanlagen wie Wind- und Solaranlagen. Abhängig vom Wetter wird zeitweise mehr oder weniger Strom erzeugt und eingespeist. Dadurch entstehen Schwankungen, auf die Stromnetzbetreiber reagieren müssen.

Messdaten unterstützen einen sicheren Netzbetrieb.

Damit diese Schwankungen keinen Ausfall verursachen, muss das Stromnetz vom Betreiber gesteuert und stabil gehalten werden. Hierfür ist es wichtig, dass die Daten zum aktuellen Stromverbrauch und zur Einspeisung vorliegen, um auch auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereitet zu sein und den Strombedarf jederzeit zu decken. Intelligente Messsysteme helfen uns dabei. Selbstverständlich sind durch eine sichere Kommunikation bei der Speicherung der Daten keine detaillierten Schlüsse auf Lebensgewohnheiten möglich.